Ganz allein in die Schweiz ziehen, das traute sich Nand (24) nicht so recht. Mit vier anderen Physiotherapeuten schon. Seit Februar 2026 wohnt er mit ihnen in Bern und pendelt vier Tage pro Woche in eine Praxis im zweisprachigen Biel/Bienne. Physiotherapie studierte er an der VUB in Brüssel, mit Sportphysiotherapie als Schwerpunkt.

Den Schritt gemeinsam wagen

Am takeoff-Wochenende lernte Nand andere Physiotherapeuten mit demselben Plan kennen. „Wir haben uns gegenseitig ein bisschen überzeugt: Warum machen wir es nicht einfach als Gruppe?“ Am Ende zogen sie zu fünft um, drei davon kannten sich von diesem Wochenende. Die Schweiz kannte er schon aus den Wanderferien. „Bern fühlt sich an wie eine lebendige, aber kleine Stadt. Du bist im Nu in den Bergen, kannst aber auch den Trubel suchen.“

24

Alter

Sportphysio

Berufserfahrung

8 Monate

In der Schweiz

Schwimmen in der Aare

Meine Leidenschaft
Französisch bei der Arbeit, Deutsch auf der Strasse

Nand wollte zuerst auf Französisch arbeiten und später Deutsch lernen. Das war ein Puzzle, denn seine Mitbewohner fingen alle in Bern auf Deutsch an. Die Lösung lag in Biel/Bienne, einer zweisprachigen Stadt 35 Zugminuten entfernt. Das Bewerbungsgespräch führte er noch von Belgien aus, über Teams. „Mit dem Zentrumsleiter hat es sofort gepasst, und danach habe ich mich entschieden.“ Als er die Praxis später besuchte, fand zufällig gerade der monatliche Brunch mit dem ganzen Team statt. Nach etwa drei Monaten behandelte er seine Patienten selbstständig auf Französisch. Für Deutsch bekam er über seinen Arbeitgeber zweimal pro Woche Onlineunterricht, komplett bezahlt.

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Verliebt in die Aare

Nach der Arbeit und am Wochenende sitzt Nand oft an der Aare, dem Fluss, der durch Bern fliesst. „Du siehst Leute mit Bürojob, die ihre Kleider und ihren Laptop in einen wasserdichten Sack stecken und so nach Hause treiben.“ Was ihm auch auffiel: Die Leute sprechen einander an. In seiner ersten Woche bekam er im Tram von einer Frau zu hören, dass sein Fuss nicht auf den Sitz gehört. „Zuerst bin ich erschrocken, aber eigentlich fand ich es gut, dass man sich darauf anspricht.“ Was er vermisst, sind belgische Pommes aus der Frittenbude. Seine Mitbewohner schickten ihm aus Belgien ständig Fotos davon.

Nands goldener Tipp für deinen takeoff

„Wenn du offen bist für ein neues Abenteuer, würde ich es auf jeden Fall machen.“ Die Distanz ist laut Nand kein grosses Thema: Familie und Freunde kommen zu Besuch, und er selbst geht weiterhin an Festivals in Belgien. „Es muss kein extremes Abenteuer sein, wie nach Australien auszuwandern. Die Schweiz ist wunderschön und trotzdem nah. Ich finde sie wirklich ein unterschätztes Ziel.“

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Ben hat mir eine Praxis nahe Bern vermittelt, in der ich auf Französisch anfangen konnte. Auch heute kann ich mich mit Fragen noch an ihn wenden.
Nand

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Biel/Bienne