Erster Job als Physiotherapeut: in der Grundversorgung, im Krankenhaus oder im Ausland?

Durch:
Tijmen Teunissen
19/2/2026
8 Minuten
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Ihr Diplom ist fast fertig (oder liegt schon auf dem Tisch) und Sie sind dabei, Ihren ersten richtigen Schritt als Physiotherapeut zu machen. Aufregend. Vielleicht auch ein bisschen überwältigend. Denn wie wählst du zwischen der Praxis um die Ecke, dem Krankenhaus, in dem du dein Praktikum gemacht hast, oder dieser abenteuerlichen Option im Ausland?

Gut zu wissen: Ihr erster Job ist nicht Ihr endgültiges Ziel. Es ist ein Ausgangspunkt, an dem Sie sich selbst als Therapeut entdecken, herausfinden können, welche Patienten Sie behandeln möchten und wo Sie Ihren Weg planen können. Gönnen Sie sich diesen Freiraum und starren Sie nicht blind auf die Idee, dass diese Wahl für immer gelten sollte.

Lassen Sie uns die drei gängigsten Optionen durchgehen.

Option 1: Frontline — Geschwindigkeit und Unabhängigkeit, aber Arbeitsaufwand

In der Grundversorgung beginnen die meisten Physiotherapeuten. Sie arbeiten in einer Praxis, in der Patienten (normalerweise ohne Überweisung) mit allen Arten von Beschwerden hereinkommen. Von dem Sportler mit einer Knöchelverletzung bis hin zu dem Mann, der sich beim Gärtnern den Rücken verstaucht. Also viel Abwechslung.

Was bietet es dir? Sie bauen schnell Ihre eigene Fallzahl auf, lernen, mit vielen verschiedenen Beschwerden umzugehen und gewinnen ein hohes Maß an Unabhängigkeit. Es ist eine dynamische Arbeit, bei der man sehr schnell viel Erfahrung sammelt.

Es gibt aber auch einen Nachteil. Die Frontlinie in den Niederlanden hat keinen Tarifvertrag. Sie müssen Ihr Gehalt und Ihre Beschäftigungsbedingungen selbst aushandeln. Als Anfänger verdienen Sie im Durchschnitt zwischen 40.000 und 53.000€ pro Jahr, was erheblich weniger ist als in einem Krankenhaus oder was Sie in der Schweiz verdienen: 80.000 bis 90.000€ pro Jahr. Sie erledigen die Verwaltung oft in Ihrer Freizeit, Sie zahlen Ihre Ausbildung oft selbst und müssen selbst eine Altersvorsorge abschließen. Der Arbeitsaufwand ist ebenfalls hoch: enge Zeitpläne, wenig Zeit pro Patient und auch Ihre Akte muss aktualisiert werden.

Dennoch kann die Frontlinie ein guter Anfang sein. Wenn Sie schnell wachsen wollen und keine Angst vor einer harten Arbeitswoche haben, können Sie sich wirklich darauf einlassen. Wählen Sie eine Praxis, die wirklich in Sie investiert.

Option 2: Krankenhaus oder Rehabilitation — Multidisziplinäres Lernen mit fester Struktur

Die Arbeit in einem Krankenhaus oder Rehabilitationszentrum ist eine ganz andere Welt. Hier behandeln Sie komplexere Patienten und arbeiten eng mit Ärzten, Ergotherapeuten und anderen Spezialisten zusammen. Dieser multidisziplinäre Aspekt ist für viele Anfänger äußerst wertvoll.

Der große Vorteil? Sie haben einen Tarifvertrag. Klare Gehaltsvereinbarungen (was ist oft 45-61% höher als in der Grundversorgung), feste Arbeitszeiten, bezahlte Fortbildung und eine Altersvorsorge. Sie werden als Profi ernst genommen und erhalten oft den Freiraum, sich zu spezialisieren. Möchten Sie sich auf Orthopädie, Neurologie oder Geriatrie konzentrieren? In einem Krankenhaus kann man auf diese Weise erwachsen werden.

Die Kehrseite? Die Arbeit ist oft eher protokollgesteuert. Sie haben weniger Freiheit und müssen sich an die Arbeitsweise der Institution halten. Für manche Physios fühlt sich das wie eine Zwangsjacke an, für andere sorgt es für Ruhe.

Ebenfalls wichtig: Der Wettbewerb ist hart, weil die Beschäftigungsbedingungen besser sind. Aber wenn Sie sich darauf einlassen, haben Sie wirklich eine solide Grundlage, um Ihre Karriere aufzubauen.

Option 3: Im Ausland (z. B. in der Schweiz) — Höheres Gehalt, Abenteuer und Vertragssicherheit

Und dann gibt es Option drei: den großen Schritt. Die Schweiz ist eine beliebte Wahl, und das aus gutem Grund. Das Gehalt ist einfach viel höher: Als Einsteiger verdienst du zwischen 80.000€ und 90.000€ brutto pro Jahr. Das ist fast doppelt so groß wie die Niederlande. Und obwohl Das Leben in der Schweiz ist teurer, Ende des Monats werden noch viel mehr übrig sein.

Aber es geht nicht nur um das Geld. In der Schweiz zu arbeiten bedeutet auch, dass Physiotherapeuten ernsthaft geschätzt werden. Sie haben oft mehr Zeit pro Patient, weniger Bürokratie und bessere Anstellungsbedingungen. Sie sammeln Berufserfahrung in einem anderen Kontext und entdecken, was für Sie als Therapeut wirklich funktioniert.

Natürlich gibt es auch einen Nachteil. Sie müssen die Sprache innerhalb von zwei Jahren lernen (Deutsch auf mindestens B2-Niveau), sich von Ihrer vertrauten Umgebung verabschieden und sich an eine neue Kultur anpassen. Aber für viele Physios ist das einfach das Schöne: Sie wachsen nicht nur als Therapeut, sondern auch als Person.

Möchten Sie diesen Schritt in Betracht ziehen? Stellen Sie dann sicher, dass Sie ordnungsgemäß beaufsichtigt werden. Schauen Sie sich zum Beispiel an, wie der Startvorgang funktioniert: von der Bewerbung bis zum ersten Arbeitstag. Und vergiss nicht: Du kannst jederzeit zurückkehren. Dieser Schritt ist nicht irreversibel.

Checkliste für Vorstellungsgespräche: Was soll ich fragen?

Okay, Sie haben eine Wahl getroffen und stehen kurz vor einem Vorstellungsgespräch. Welche Fragen sollten Sie stellen, um herauszufinden, ob dieser Arbeitsplatz wirklich zu Ihnen passt? Hier sind die wichtigsten:

Arbeitsbedingungen:
  • Was ist mit dem Gehalt? Erhalte ich ein tarifvertragliches Gehalt oder müssen wir das individuell besprechen?
  • Was sind die sekundären Bedingungen? (Denken Sie an Urlaubstage, Altersvorsorge, Reisekostenzuschuss)
  • Bekomme ich Urlaubsgeld und einen 13. Monat?
Bildung und Entwicklung:
  • Bezahlt die Praxis/Institution meine Kurse und Kurse?
  • Habe ich während der Arbeitszeit Zeit, Kurse zu besuchen?
  • Gibt es Wachstumschancen innerhalb der Organisation?
Arbeitsaufwand und Planung:
  • Wie viele Minuten habe ich pro Patient?
  • Wie viel Zeit habe ich für Verwaltung und Aktenführung?
  • Wie hoch ist die erwartete wöchentliche Fallzahl?
Beratung:
  • Bekomme ich am Anfang einen Mentor oder Berater?
  • Wie oft gibt es Intervisionen oder Teambesprechungen?
  • Kann ich Kollegen fragen, wenn ich Fragen habe?
Kultur:
  • Wie würdest du die Arbeitsatmosphäre beschreiben?
  • Welche Art von Physiotherapeut passt gut zu Ihrem Team?
  • Was sind die langfristigen Erwartungen?

Fragen Sie auch gerne, ob Sie irgendwann zu uns kommen können. Dann wirst du ein viel besseres Gefühl für den Job bekommen als bei einem formellen Vorstellungsgespräch.

Warum du später immer noch wechseln kannst

Ihr erster Job muss nicht perfekt sein. Es ist eine Lernphase, in der du herausfindest, was dir gefällt und was nicht. Wo du sehen kannst, ob du lieber mit älteren Menschen oder Sportlern arbeitest. Entweder du liebst Protokolle oder, im Gegenteil, du liebst Freiheit.

Wenn Sie nach einem Jahr feststellen, dass die Grundversorgung doch nicht Ihr Ding ist? Dann wechselst du in ein Krankenhaus. Bist du auf der Suche nach mehr Abenteuern? Dann suchst du immer noch im Ausland. Viele Physios nehmen in ihren frühen Jahren mehrere Umstellungen vor. Und das ist okay. Deine Karriere ist keine gerade Linie.

Einen guten Start hinlegen, weiter wachsen

Ihr erster Job ist ein Ausgangspunkt, kein Ziel. Wählen Sie einen Ort, an dem Sie sich willkommen fühlen, an dem Sie lernen können und an dem Sie den Raum haben, sich weiterzuentwickeln. Sei es an vorderster Front, in einem Krankenhaus oder auf der anderen Seite der Grenze.

Möchtest du mehr über die Arbeit als angehender Physiotherapeut in der Schweiz erfahren? Schauen Sie sich unsere offenen Stellen an ob nehmen Sie Kontakt auf für ein informelles Gespräch.

Und denken Sie daran: Egal, welche Wahl Sie treffen, Sie können immer wechseln. Ihr erster Job ist in erster Linie ein Sprungbrett für Ihre Karriere. Starten Sie gut durch, wachsen Sie weiter und entdecken Sie, was wirklich zu Ihnen passt.

Tijmen Teunissen
Abenteuer- und Karriereratgeber
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